Wiener Christstollen

Wieso heißt der Christstollen „Stollen“? Das Wort leitet sich vom althochdeutschen „stollo“ ab, das soviel wie Pfosten oder Stütze bedeutet. Laut Perplexity wird 1329 zum ersten Mal in Naumburg (Sachsen-Anhalt) urkundlich ein Stollen erwähnt. Damals war es eine Fastenspeise aus Mehl, Wasser und Öl. Um eine Fastenspeise handelt es sich beim Wiener Christstollen angesichts der 250 g Butter nicht, eher um den Versuch, möglichst viele Kilokalorien geschmacklich ansprechend auf engstem Raum zu komprimieren.
Bitte das Rezept ausprobieren, der Stollen schmeckt hervorragend!
Früchtemischung:
- 300 g Rosinen, gehackt
- 90 g Orangeat/Zitronat, gehackt
- 50 g blanchierte Mandeln, geröstet und halbiert
- 60 ml Rum
—> am besten am Vortag vermengen und zugedeckt stehen lassen.
Teig (inklusive Dampfl)
- 550 g Mehl
- 200 ml lauwarme Milch (30 °C bis 35 °C)
- 30 g frische Hefe
- 120 g Zucker
- 1 Prise Salz
- 1 MSP Vanille
- Abrieb von 1 Zitrone
- 1/2 TL Zimt
- 1 Prise geriebene Muskatnuss
- 1 schwache MSP gemahlene Nelken
- etwas frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 150 g zimmerwarme Butter
- 1 Ei und 1 Eigelb
zum Bestreichen:
- 100 g zerlassene Butter
- reichlich Puderzucker
Wir starten mit dem Vorteil, dem sogenannten „Dampfl“:
100 ml Milch mit 1 TL Zucker und der zerkrümelten Hefe verrühren, dann das Mehl einarbeiten und 30 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen gehen lassen.
Das restliche Mehl mit allen trockenen Zutaten vermengen, Ei und Eigelb, die restliche Milch und das Dampfl unterrühren. 5 Minuten mithilfe der Küchenmaschine oder von Hand kneten, dabei den Butter nach und nach in Flöckchen dazu geben.
Den Teig auf ein bemehltes Backbrett geben, falls er sehr klebrig ist, etwas Mehl einarbeiten. Die Rosinenmischung einarbeiten und nochmals ein paar Minuten von Hand kneten. 1 Stunde zugedeckt gehen lassen.
Den Teig wieder auf das bemehlte Backbrett geben, in der Mitte der Länge nach eine Vertiefung machen und die eine Kante der Längsseite zur anderen Kante der Längsseite klappen. Nochmals zugedeckt 30 Minuten gehen lassen.
Bei 160 °C Ober- und Unterhitze 50 bis 60 Minuten backen. Eventuell im letzten Drittel den Teig mit einem Stück Backpapier abdecken.
Noch heiß mit zerlassener Butter bestreichen und dick anzuckern. Abkühlen lassen, dann den Vorgang wiederholen.
Den Stollen in Butterbrotpapier, dann in Alufolie wickeln und etwa 2 Wochen kühl gestellt reifen lassen.
Bei sehr weichem Teig nur wenig zusätzliches Mehl verwenden, damit die Zartheit erhalten bleibt. Das Rezept ergibt einen Stollen von etwa 1,5 kg.
Vorm Backen die Rosinen mit einem Finger in den Teig stupsen, verbrannte Rosinen schmecken nicht!
160 °C Ober- und Unterhitze, Backzeit ca. 60 Minuten